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01.10.2019
Gesellschaftliche Integration durch Bildung: Projekt in Saarburg vorgestellt

Nach wie vor ist es nicht selbstverständlich, dass Frauen mit Migrationshintergrund an Sprach- und Integrationsangeboten teilnehmen. Das hängt unter anderem mit dem Verständnis der Rolle der Frau in den Herkunftsländern zusammen, resultiert aber auch daraus, dass Frauen mit Kindern tagsüber nur eingeschränkte Möglichkeiten haben diese Kurse zu besuchen. In Saarburg ist ein Integrationskurs eingerichtet worden, der genau diese spezifischen Bedarfe der Frauen berücksichtigt. Im Rahmen eines Pressegespräches wurde das Projekt als vorbildliches Beispiel für eine gelingende Integrationsarbeit von den Akteurinnen und Akteuren vorgestellt.

 

Bedarfe von Frauen berücksichtigt

 

Zehn Frauen besuchen aktuell den Kurs, der jeweils von Montag bis Freitag in der ehemaligen FAMO-Kaserne an der Irscher Straße in Saarburg stattfindet. Der Landkreis veranstaltet den durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderten Integrationskurs zusammen mit der CEB Akademie  Merzig als Träger. In seiner Organisation berücksichtigt der Kurs die spezifischen Bedarfe der Frauen wie zum Beispiel die Ausrichtung der Unterrichtszeiten an den Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen beziehungsweise den Ferienzeiten. Das BAMF kommt für die Kosten des Kurses auf und zahlt den Teilnehmerinnen ein Fahrtgeld. Außerdem wird in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz eine begleitende Kinderbetreuung mit zehn Plätzen angeboten, welche ebenfalls durch das BAMF gefördert wird. Aufgrund schwieriger ÖPNV-Anbindungen ist mit Unterstützung des Landkreises außerdem ein Fahrdienst vom Bahnhof Saarburg zum Kursort eingerichtet worden.

 

Sozialpädagogische Betreuung

 

Im Rahmen der ersten Module wurde den Teilnehmerinnen darüber hinaus eine sozialpädagogische Betreuung durch die CEB-Akademie angeboten. Und auch das Jobcenter Trier-Saarburg steht den Frauen mit festen Ansprechpartnerinnen für eine direkte Intervention bei Problemen zur Verfügung.

 

Rolf Rauland, Geschäftsbereichsleiter der Kreisverwaltung, Norbert Etringer, Leiter der Abteilung Schulen und Bildung und Bildungskoordinatorin Yvonne Mahler sowie Rüdiger Schneider, Leiter des Jobcenters Trier, Gisbert Eisenbarth, Geschäftsführer der CEB Akademie und Kurslehrerin Hamida Conrad erläuterten die weiteren Details.

 

Der Integrationskurs mit Alphabetisierung, der noch bis November läuft, ist im vergangenen Jahr im Frühjahr gestartet. Er zielt auf das Erreichen des Sprachniveaus B1 ab. Die Teilnehmerinnen, die aus Syrien, Afghanistan, Iran, Eritrea und Somalia stammen und jetzt in Saarburg beziehungsweise Konz wohnen, befinden sich nun im letzten Abschnitt des Sprachteils. Dem schließt sich der Orientierungskurs an, welcher Themen aus dem politischen, geschichtlichen, rechtlichen und kulturellen Leben in Deutschland vermittelt. Die Frauen haben ein gutes Sprachniveau erworben – für den Alltagsgebrauch und darüber hinaus. Denn auch die Vermittlung in den Arbeitsmarkt über das Jobcenter ist im Rahmen der Integrationsarbeit ein weiteres Ziel.

 

Der Kurs zeichnet sich durch eine hohe Motivation der Teilnehmerinnen aus, die sich hier sichtbar gut aufgehoben fühlen. Das zeigt auch die relativ geringe Quote von Fehlzeiten, die - wenn sie sich ergeben - meistens in Zusammenhang mit einer Verantwortlichkeit für die Kinder einhergehen. Der Spracherwerb wird es den Frauen ermöglichen, ihr Leben selbständiger zu gestalten. Die oft vorhandenen starken familiären Abhängigkeiten werden dadurch reduziert.

 

Bildungsangebote besser aufeinander abstimmen

 

An dem Kurs und den Teilnehmerinnen zeigt sich einmal mehr, wie Integration durch Bildung gestärkt werden kann. Genau dies ist auch die Aufgabe der Bildungskoordinatorin Yvonne Mahler. Ihre Arbeit besteht darin, für Neuzugewanderte die Zugänge zum Bildungssystem zu verbessern und die vielfältigen Angebote, die es im Kreis sowie in der Stadt Trier gibt, besser aufeinander abzustimmen. Mit der professionellen Koordinierung der Bildungsangebote geht es auch um eine Zielsetzung, die in der Regionalstrategie MORO festgeschrieben worden ist, die der Kreis als Daseinsvorsorge vor drei Jahren entwickelt hat: So soll jeder Bewohner des Landkreises an seiner eigenen Bildungsbiographie arbeiten können – individuell nach seinen Maßstäben ausgerichtet. Dazu soll jeder die Möglichkeit erhalten, die für ihn bestmögliche Bildung in absehbarer Zeit zu erreichen. Auch die Neuzugewanderten sollen diese Bildungsbiografie schreiben können, damit sie sich entfalten können – in der gesellschaftlichen Teilhabe und auf dem Arbeitsmarkt.

 

Das Bildungsangebot in der Region stellt sich umfassend dar. Für den Erwerb der Sprache als elementarer Voraussetzung für die Integration stehen zahlreiche Kurse in verschiedenen Niveaus zur Verfügung. Doch bislang gibt es keinen kompletten Überblick über das Angebot, der allerdings notwendig ist. So kommt es vor, dass der Sprachkurs in einem Ort belegt ist, dass es aber im Nachbarort kurzfristig freie Plätze gibt. Nur wenn die Veranstalter voneinander wissen und auch die Angebote des anderen kennen, können sie den Neuzugewanderten passgenau Kursplätze vermitteln. Der fachliche Austausch ist eine gute Voraussetzung dafür, um weitere Bedarfe zu erkennen – ohne dass etwa Dopplungen oder gar Konkurrenzen entstehen. Als Informationsplattform wurde über die  Bildungskoordination ein Newsletter eingerichtet als Möglichkeit der Vernetzung und des Austausches untereinander. Die Koordinierung und Transparenz, die Yvonne Mahler mit ihrer Tätigkeit schafft, bezieht sich jedoch nicht nur auf Sprach- und Integrationskurse, sondern auch auf nonformale oder kulturelle Angebote, in denen es nicht primär um den Spracherwerb geht. Doch auch diese sind in ihrer Bedeutung für die Integration nicht zu unterschätzen, weil sie Alltagskompetenzen vermitteln. Und so wird bei der Koordinationsarbeit nicht nur die Vielfalt der Angebote deutlich, es zeigen sich auch Lücken auf.

 

Kompetenzen stärken das Selbstbewusstsein

 

In diesem Zusammenhang ist im Rahmen der Bildungskoordination auch der Integrationskurs in Saarburg entstanden. Denn mit der Koordinationsarbeit soll dazu beigetragen werden, dass die Zugewanderten gut integriert werden können. Das nimmt je nach der individuellen Voraussetzung des Einzelnen Zeit in Anspruch. Förderlich dafür ist ein Bildungsangebot, das die ganz unterschiedlichen Bedürfnisse abdeckt mit dem Ziel, dass die Menschen sich so entfalten und einbringen können, dass sie die von beiden Seiten geschätzte Position in der Gesellschaft erhalten. In diesem Sinne läuft auch der Integrationskurs in Saarburg erfolgreich und die Teilnehmerinnen können mit ihren sprachlichen und weiteren Kompetenzen selbstbewusst in die Zukunft schauen. Die Bildungskoordinatorin ist für Anregungen und den Austausch dankbar. Sie ist in der Kreisverwaltung in der Abteilung für Schulen und Bildung unter folgenden Kontaktdaten zu erreichen: Tel. 0651-715-494, Yvonne.Mahler@trier-saarburg.de

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