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23.01.2019
Frauenwahlrecht: Gleichstellungsbeauftragte präsentierten lebendige Ausstellung in Konz

„Frauen wählt, jede Stimme zählt!“ - unter diesem Slogan warb die erste Frauenbewegung vor 100 Jahren, denn der 19. Januar 1919 war nicht irgendein Wahltag. Es war der Tag an dem Frauen erstmals an Wahlen teilnehmen durften. Ein wirkliches revolutionäres und historisches Datum. Und die Frauen folgten dem Aufruf: Mehr 80 Prozent aller wahlberechtigten Frauen gaben ihre Stimme ab. Die Gleichstellungsbeauftragten der Verbandsgemeinden und des Landkreises Trier-Saarburg hatten zu dieser spannenden Geschichte nicht nur eine Wanderausstellung, sondern auch eine Lebendige Ausstellung konzipiert, die die nun in Konz präsentierten.

 

In Kooperation mit der Koordinierungs-und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie unter Trägerschaft des Jugendnetzwerks Konz luden sie zu einer Reise in die Vergangenheit in den Festsaal des Klosters Karthaus ein. 100 Jahre nach dem historischen Datum wurden die Meilensteine der Geschichte nochmal lebendig. Laiendarstellerinnen aus dem Kreis der Organisatorinnen präsentierten bedeutende Frauen aus der damaligen wie auch aus der heutigen Zeit. Sie erzählten von den Sternstunden dieser Frauen, wie beispielsweise von Maria Juchacz, Elisabeth Selbert, Rita Süßmuth und Angela Merkel - Politikerinnen, die für die Durchsetzung der Gleichberechtigung und die politische Beteiligung von Frauen stehen.

 

Claudia Seeling gab mit einem lebendigen Impulsvortrag einen Einblick in die Geschichte der ersten Frauenbewegung. Begeistern konnte auch der weitere Höhepunkt des Abends - die musikalische Reise in die 70er und 80er Jahre.Sonja Pesie & Partner interpretierten gekonnt bekannte Sängerinnen wie Aretha Franklin und Helen Redy - Frauen aus der Rockmusik, die exemplarisch für diese Zeitepoche stehen. Ein Vortrag von Thomas Molter schilderte anschaulich das bewegte Leben der Sängerinnen.

 

Die Gleichstellungsbeauftragten appellierten mit der Veranstaltung an alle Frauen, selbstbewusst von den politischen Gestaltungsmöglichkeiten Gebrauch zu machen und eigenständig für ihre Interessen einzustehen. Denn vor 100 Jahren waren Frauen, insbesondere verheiratete Frauen praktisch rechtlos. In dieser Zeit hatte der Ehemann in allen relevanten Fragen das Recht, endgültig zu entscheiden.

 

Und nur weil sich die Mütter, Großmütter und Urgroßmütter vehement und nachhaltig für die Frauenrechte einsetzten, wurden die Gesetze nach und nach geändert. Erst seit 1977 dürfen Ehefrauen auch ohne das Einverständnis ihres Ehegatten berufstätig sein!

 

Schaut man sich die Zahlen aus Rheinland-Pfalz an, so ist man auch heute zum Beispiel von einer politischen Parität weit entfernt: 2014 lag der Frauenanteil in den Räten der kreisfreien Städte durchschnittlich bei 34,1 Prozent, in den Kreistagen bei 24,7 Prozent, in den Verbandsgemeinden bei 20,3 Prozent und in den Stadt- und Gemeinderäten bei durchschnittlich 17,9 Prozent. Bezogen auf gesamt Rheinland-Pfalz bedeutet dies einen Frauenanteil von 18,7 Prozent.

 

Im Kreistag Trier-Saarburg befinden sich unter den 46 Mitgliedern zehn Frauen (21,7 Prozent). Ganz ähnlich ist der Anteil im Verbandsgemeinderat Konz: Von den insgesamt 40 Mitgliedern sind neun Frauen, was einen Anteil von 22,5 Prozent bedeutet.

 

Die Gleichstellungsbeauftragten machten deutlich, dass auch künftig Mitstreiterinnen und Mitstreiter - vor allem aus der jüngeren Generation - notwendig sind, die sich für die Frauenrechte und die Demokratie stark machen. Das Zitat von Louise Otto-Peters (1819-1895) „Die Teilnahme der Frauen an den Interessen des Staates ist nicht ein Recht, sondern eine Pflicht“ habe nicht an Aktualität verloren, betonten sie. Gerade das aktuelle Zeitgeschehen zeige, dass Gleichberechtigung weder eine Selbstverständlichkeit noch ein Besitzstand sei. Sie müsse genau wie die Demokratie immer wieder verteidigt und vor allem gelebt werden.

 

Auch Landrat Günther Schartz und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Konz, Joachim Weber, bekräftigten dies. Der Landrat hob die damalige Wahlbeteiligung von 80 Prozent hervor. Solche Zahlen würden heute längst nicht immer erreicht. Er warb für die Demokratie und dafür die Werte zu schätzen, die bei uns oft selbstverständlich erscheinen. Mit dem Kampf für die Gleichstellung habe man inzwischen viel erreicht, sagte Bürgermeister Joachim Weber. Dennoch sei die Gleichberechtigung auch heute noch nicht überall angekommen. Dies zeige sich unter anderem in dem Lohngefälle, das in Deutschland bis heute zwischen Frauen und Männern bestehe. Schartz und Weber appellierten außerdem an die Frauen, sich selbstbewusst einzubringen. Dafür würde sich zum Beispiel auch die Kommunalwahl im Mai anbieten. Sie gebe die Möglichkeit einer Beteiligung direkt vor Ort.

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