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02.07.2018
Migrantinnen berichteten über ihren Weg

„Wir sind angekommen!" Dies war der Titel eines Themenabends, der in der Kreisverwaltung stattfand. Menschen verlassen ihre Heimat, um an einem unbekannten Ort zu leben. Die Ursachen dafür sind vielseitig: Krieg und Gewalt, Perspektivlosigkeit, Armut, Diskrimi-nierung, Verfolgung oder auch Naturkatastrophen. Vieles ist neu für die Migranten: die Sprache, die Arbeit, soziale Kontakte, das Kennenlernen einer neuen Kultur. Der Weg der Migration und der gesellschaftlichen Integration kann holprig sein. Und dabei können Vorbilder ein Wegweiser sein. Im Rahmen des Abends erzählten Migrantinnen, die heute im Kreis leben, ihre Geschichten. Außerdem wurde der Film „Töchter des Aufbruchs" vorgeführt. 

 

Der Film zeigte am Beispiel von Gastarbeiterinnen, dass das Erlernen der deutschen Sprache die Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration ist. Denn alle Darstellerinnen behaupten von sich: „Wir sind angekommen", verhehlen dabei aber auch nicht, dass es einen bleibenden Schmerz geben kann - wenn zum Beispiel die Familie aufgrund der politischen Verhältnisse zerrissen ist.

 

Im Kreis sind derzeit rund 15.000 ausländische Zugewanderte aus der EU und Drittstaaten gemeldet. Davon sind 7.000 Personen Frauen. Von Anfang 2014 bis Ende 2017 wurden insgesamt 570 Personen eingebürgert, davon 350 Frauen.

 

Der Kreisbeigeordnete Helmut Reis begrüßte die Gäste und meinte Einbürgerungen seien eine seiner „liebsten Beschäftigungen". Er merkte jedoch an: „Gemeinsam haben alle Migranten, dass sie einen langen Atem mitbringen müssen bis Deutschland zur Heimat wird". Deshalb seien positive Vorbilder, wie die anwesenden Migrantinnen, wichtig für weitere erfolgreiche Integrationen. Er vermittelte den Zuhörern, dass das Thema „Integration uns alle betrifft". Daher freue er sich, die Migrantinnen in der Kreisverwaltung begrüßen zu dürfen.

 

Gisela Krämer, die Migrationsbeauftragte des Kreises, und Mihaela Milanova, die Vorsitzende des Beirats für Migration und Integration des Landkreises, leiteten durch die Veranstaltung: „Die Frauen des Aufbruchs sind die, die einen weiten Weg gegangen sind". Dieser sei mit verschiedenen sprachlichen und sozialen Hindernissen gespickt. Sie appellierten daher, dass der „Angst vor dem Neuen mit sozialer Offenheit entgegengewirkt werden muss".

 

Sechs Migrantinnen stellten sich vor: aus Bulgarien Hristana Tzarevska, aus der Türkei Gamse Michels, aus Kirgistan Natalie Friesen, aus der Ukraine Bela Betzmann und aus Sri Lanka Vathsaladevi Kathiravelauthan. Sie alle bejahten die Frage von Gisela Krämer, ob sie in Deutschland „angekommen sind".

 

Die Bulgarin, die durch ihr Wirtschaftsstudium nach Deutschland gekommen ist, betonte, dass Integration eine persönliche Sache sei. „Fremd fühlen ist okay", so Tzarevska, anfänglich sei dies eine normale Sache, wie sie findet. Sie hat in Deutschland Arbeit gefunden und fühlt sich wohl hier. Vathsaladevi Kathiravelauthan erschien mit ihrer Tochter. Sie ist in Deutschland geboren, aber die Verwandtschaft ist global verteilt - neben Deutschland in Australien, Kanada und England. Gamse Michels arbeitet als interkulturelle Fachkraft in der Kita in Konz.

 

Der Film „Töchter des Aufbruchs kam beim Publikum hervorragend an. Die Stimmung in der Kreisverwaltung war emotionsgeladen. Sie schwankte von Mitgefühl über die schwierige Lebensgeschichte der Frauen, bis hin zu Begeisterung über die Verwirklichung von Zielen - dies konnte man an den Reaktionen der Zuschauer/innen erkennen. Die Migrationsbeauftragte wies daraufhin, dass der Film zwar älter sei, dennoch die Parallelen zu heutigen Problemen widerspiegelt. Die Migrantinnen des Themenabends, genauso wie die Migrantinnen aus dem Film können behaupten: „Wir sind angekommen. Jede von uns hat einen Weg gefunden. Jede auf ihre ganz eigene Art." Die Veranstaltung stand im Sinne von „best practice". Diese wird von gut integrierten Frauen weitergegeben, damit die Neuzugewanderten von ihrer Vorbildfunktion als Angekommene profitieren können. Ziel der Veranstaltung war es - ganz im Sinne des Filmes - den Frauen Mut zu machen und zu vermitteln, dass es möglich ist sich ein eigenständiges Leben in der neuen Heimat aufzubauen.

 

Die Veranstaltung wurde im Rahmen der Wanderausstellung „100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland" durchgeführt. Die Ausstellung wird noch bis Ende des Jahres an verschiedenen Orten im Landkreis gezeigt. Ab sofort ist sie in der Verbandsgemeinde Trier-Land  zu sehen.

 

Neben Gisela Krämer und Mihaela Milanova wurde der Abend getragen von der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises, Anne Hennen, der Administratorin des Migrationsbeirates, Elke Willems, sowie der Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte des Landkreises, Katharina Schmidt.

 

Am Ende der Veranstaltung erhielten alle Migrantinnen unter Beifall des Publikums als Dankeschön für die Bereitschaft ihren Lebensweg darzustellen, einen Blumenstrauß. Danach wurden die Diskussionen und Gespräche im engeren Kreis bei kühlen Getränken und leckeren Snacks weitergeführt.

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