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12.09.2017
Hebammenversorgung: Runder Tisch soll Lösungen bringen

Ein Runder Tisch soll dazu beitragen, Möglichkeiten zu finden, um gegen die unzureichende Versorgung mit Hebammen in der Region Trier anzugehen. Der Kreis Trier-Saarburg und die Stadt Trier werden die Organisation der Zusammenkunft der Beteiligten übernehmen, die dringend notwendig ist. Das ist das Ergebnis einer Fachtagung zum Thema, die - ebenfalls gemeinsam durchgeführt von Kreis und Stadt - in der Kreisverwaltung stattgefunden hat.

 

 

Das Problem ist hinlänglich bekannt. Ganz unterschiedliche Gründe führen dazu, dass es in der Region erfreulich viele Geburten, aber zu wenige Hebammen gibt, so dass nicht alle (werdenden) Mütter auf die Betreuung durch eine Hebamme setzen können. Die Versorgung mit Hebammen ist zwar nicht Aufgabe der Kommunen, sondern der Krankenkassen. Da aber die Stadt und der Kreis direkt betroffen sind, widmen sie sich dem Thema. „Der politische Wille, das Problem in den Griff zu bekommen ist auf jeden Fall da", verdeutlichte Landrat Günther Schartz, der die Fachleute und das Publikum im voll besetzten Sitzungssaal der Kreisverwaltung begrüßte. „Uns geht es um das Wohl der Familien", so der Landrat, der darauf verwies, dass Stadt und Kreis bereits seit 2015 einen Hebammennotdienst finanzieren würden, der allerdings nur zeitlich befristet sinnvoll und keine endgültige Lösung sei.

 

Zentraler Teil der Fachveranstaltung war eine Podiumsdiskussion, in der die Experten das Problem der Unterversor-gung von den verschiedenen Seiten beleuchteten und Vorschläge machten, um die Sache dauerhaft in den Griff zu bekommen. Schließlich gehe es auch darum, den Rechtsanspruch auf die Betreuung durch eine Hebamme zu gewährleisten, so TV-Redakteur Christian Kremer, der die Debatte moderierte. Es sei im Grunde nicht nachvollziehbar, dass man in der heutigen Zeit in diesem Bereich um Dinge kämpfen müsse, um die man Generationen zuvor bereits gekämpft habe, meinte Triers Bürgermeisterin Angelika Birk. Es gebe aber definitiv Frauen, die ohne die Fürsorge einer Hebamme seien. „Darunter sind gerade auch Frauen, die diese Betreuung besonders nötig haben und die zum Beispiel dem Jugendamt bekannt sind", so die Bürgermeisterin. Eine Hebamme habe den versierten Blick auf die Zeit vor, während und nach der Geburt und könne daher auch Probleme frühzeitig erkennen. Das sei wichtig für die gesamte Familie, erläuterte Arabella Strassner, Landeskoordinatorin des Vereins Motherhood, und appellierte an die Verantwortlichen, in die Hebammenversorgung zu investieren.

 

Ingrid Mollnar, Vorsitzende des Landes-Hebammenverbandes, stellte die vielfältigen Aufgaben einer  Hebamme dar. Vor allem sei sie für die Frau und die Familie eine Vertrauensperson. Die Fachfrau brachte die Idee ein, eine Hebammenzentrale einzurichten, bei der eine Erstberatung stattfinden kann, die aber als Netzwerk-Einrichtung auch die Suche nach Hebammen unterstützt. Die geschätzten Kosten  für das Prpjekt liegen bei rund 50.000 Euro. Es sei außerdem wichtig, im stationären Bereich nachzuarbeiten. Dort müsste es attraktivere Arbeitsbedingungen geben.

 

Position bezog dazu Dr. Wolfgang Thomas, Ärztlicher Direktor des Mutterhauses der Borromäerinnen in Trier. Durch die Schließung der Geburtsabteilungen in mehreren umliegenden Häusern habe das Mutterhaus Trier in der Geburtshilfe unfreiwillig eine Monopolstellung eingenommen. Dies wirke sich auf die personelle Situation der Klinik aus. Die Versorgung mit Hebammen in dem Krankenhaus sei gut, aber nicht optimal. Es sei schwierig, Fachkräfte zu finden. Die Hebammen hätten ihre Möglichkeiten auf dem freien Markt.

 

Eine Wortmeldung aus dem Publikum fand in diesem Zusammenhang besondere Beachtung: Andreas Künkler sprach als Vizepräsident der Hochschule Trier und brachte die Einrichtung eines Bachelor-Studiengangs Hebammen-kunde an der Hochschule ins Spiel.

 

Seitens der Kostenträger stand Sonja Koch von der AOK Rheinland-Pfalz / Saarland auf dem Podium. Sie betonte zwar die wichtige Bedeutung der Hebammen, wandte aber unter anderem ein, dass statistische Daten fehlen würden, zum Beispiel dazu, wie viele Frauen tatsächlich eine Hebammenbetreuung wünschen. Außerdem müsse man sich kassenübergreifend mit dem Thema befassen.

 

An der Statistik könne es nicht scheitern, so Landrat Günther Schartz abschließend. „Wir brauchen alle Beteiligten und so auch die Kostenträger am Tisch", forderte er unisono mit Bürgermeisterin Birk. Am diesem Runden Tisch, den alle befürworteten, sollen nun konstruktive Lösungen erarbeitet werden – im Sinne der Mütter und Familien sowie der Heb-ammen, die ihnen bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe zur Seite stehen.

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