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14.03.2017
Gesundheitsmanagement in der Kreisverwaltung / Viel Beifall für Auftritt von Babak Rafati

„Jeder ist Burnout gefährdet“ – mit dieser Aussage konfrontierte Babak Rafati sein Publikum im voll besetzten Sitzungssaal der Kreisverwaltung Trier-Saarburg. Als bekannter FIFA- und Bundesligaschiedsrichter stand er viele Jahre auf der großen Bühne der Profi-Fußballwelt im Rampenlicht. 2011 schockierte sein Suizid-Versuch die Öffentlichkeit. Heute ist Rafati als Referent, Autor und Mentalcoach unterwegs und berichtet in erstaunlicher Offenheit über seinen Weg bis zum Selbstmordversuch sowie über die Zeit und die persönlichen Veränderungen danach. Der prominente Redner war bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung Trier-Saarburg zu Gast.

Sein bewegender Vortrag war Teil einer Kick-off-Veranstaltung für das Projekt „Betriebliches Gesundheitsmanagement“, das in der Kreisverwaltung in Kooperation mit der Unfallkasse Rheinland-Pfalz eingeführt wird. Landrat Günther Schartz hob vor allem die Authentizität der Schilderungen von Babak Rafati hervor. Der Referent verstand es, die Zuhörerinnen und Zuhörer mitzunehmen. Als Schiedsrichter sowie auch beruflich als Führungskraft im Bankbereich war er in den oberen Etagen angekommen. Der Promistatus bescherte ihm ein Millionenpublikum, aber eben auch einen enormen Druck, dem er zunächst noch Stand halten konnte. Dann aber häuften sich die Konflikte, auch weil er als Schiedsrichter Fehlentscheidungen traf. Der Stress nahm immer mehr zu, Rafati erhielt keine Rückendeckung mehr, fokussiert sich aber dennoch allein auf die gnadenlosen Anforderungen auf dem Fußballplatz, verlor sogar seine Familie aus dem Blick - schließlich wusste er keinen Ausweg mehr und beging in größter Verzweiflung den Selbstmordversuch.

Seine Grenzerfahrungen brachten ihn mit Hilfe seiner Therapeuten zu neuen Einsichten, die er seinem Publikum in der Kreisverwaltung vermittelte: „Ich habe Fehler gemacht“, gestand Rafati ein, „aber mein größter Fehler war, dass ich mich von mir selbst entfernt hatte.“ Es sei entscheidend, dass man achtsam mit sich umgehe, so seine Botschaft. Nicht immer seien es die Kollegen, Chefs und die Arbeitsumstände, die Stress verursachen. Mitunter sei es der Einzelne selbst, der sich Druck und übersteigerte Anforderungen aufbaue. Rafatis Appell: „Es geht um Selbstreflexion und Selbstfindung, um so gesund auf ungesunde Umstände reagieren zu können.“ In seinem Vortrag wurde deutlich, dass es eindeutige Parallelen zwischen dem Spitzensport und der Berufswelt gibt. 

Psychisch und physisch gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Unternehmen und so auch für die Kreisverwaltung mit ihren rund 500 Beschäftigten. Ein wichtiges Element ist dabei die Mitarbeiterzufriedenheit. Die langfristigen demografischen Veränderungen, der Strukturwandel in der Arbeitswelt und die knapper werdenden personellen und finanziellen Ressourcen beeinflussen jedoch auf Dauer die Arbeitsbedingungen und die -organisation des Hauses. Unter anderem an diesen Herausforderungen setzt das Gesundheitsmanagement an, das nun in der Behörde etabliert werden soll.

Erster Schritt wird eine Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden. Nach der Auswertung der Ergebnisse sollen konkrete Handlungsfelder festgelegt werden, um das Gesundheitsmanagement bedarfsorientiert und nachhaltig in der Kreisverwaltung zu verankern. Dabei geht es nicht zuletzt um präventive Strategien gegen Leistungsdruck, Burnout und Depression. Der mit viel Beifall bedachte Vortrag von Babak Rafati lieferte dafür wichtige Impulse und weckte das Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sich in das Projekt Gesundheitsmanagement einzubringen.

Foto: Agentur Babak Rafati

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