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05.10.2017
Bildungskoordinatorin steckt Angebote für Neuzugewanderte ab

Die Integration von Neuzugewanderten hat im Kreis Trier-Saarburg zentrale Bedeutung. Dabei spielt vor allem die Bildung eine Schlüsselrolle. Im Landkreis und auch in der Stadt Trier als Oberzentrum gibt es inzwischen vielfältige Bildungsangebote, die sich speziell an diesen Kreis richten. Die Kreisverwaltung hat die Stelle der Kommunalen Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte eingerichtet. Katharina Schmidt, die zuvor im sozialen Bereich tätig war, ist in dieser neuen Funktion tätig. Im Rahmen eines Pressegespräches wurde ihr Aufgabenspektrum vorgestellt.

 

Die Tätigkeit umfasst vor allem vier Schwerpunkte: die Vernetzung und der Austausch von Bildungsakteuren, die Schaffung einer noch stärkeren Transparenz der Angebote, die Entwicklung eines datenbasierten kommunalen Bildungsmanagements für den Bereich der Neuzugewanderten sowie die Information von Entscheidungsträgern. All dies mit dem Ziel, die Bildungsangebote für Neuzugewanderte noch stärker auf den Bedarf insgesamt sowie auch individuell auf den Einzelnen abstimmen zu können.

 

Bildungsbiografie erstellen

 

Mit der professionellen Koordinierung der Bildungsangebote geht es auch um eine Zielsetzung, die in der Regionalstrategie MORO festgeschrieben worden ist, die der Kreis Trier-Saarburg als Daseinsvorsorge vor drei Jahren entwickelt hat: So soll jeder Bewohner des Kreises an seiner eigenen Bildungsbiographie arbeiten können – individuell nach seinen Maßstäben und Bedürfnissen ausgerichtet. Dazu soll jeder die Möglichkeit erhalten, die für ihn bestmögliche Bildung in absehbarer Zeit zu erreichen. Auch die Neuzugewanderten sollen ihre Bildungsbiografie schreiben können, damit zum einen die Integration gelingt und damit sie sich zum zweiten entfalten können – in der gesellschaftlichen Teilhabe und auf dem Arbeitsmarkt.Das Bildungsangebot im Kreis stellt sich umfassend dar. Für den Spracherwerb als elementarer Voraussetzung für die Integration stehen zahlreiche Kurse in verschiedenen Niveaus zur Verfügung. Doch bislang gibt es keinen kompletten Überblick über das Angebot, der allerdings notwendig ist. So kommt es vor, dass der Sprachkurs in einem Ort belegt ist, dass es aber im Nachbarort kurzfristig freie Plätze gibt. Nur wenn die Veranstalter voneinander wissen und auch die Angebote des anderen kennen, können sie dem Neuzugewanderten effektiv und passgenau Kursplätze vermitteln.

 

Alltagskompetenzen vermitteln

 

Die Koordinierung und Transparenz, die Katharina Schmidt mit ihrer Tätigkeit schaffen soll, bezieht sich jedoch nicht nur auf Sprach- und Integrationskurse, sondern auch auf nonformale oder kulturelle Angebote, in denen es nicht primär um den Spracherwerb geht. Doch auch diese sind in ihrer Bedeutung für  die Integration nicht zu unterschätzen, weil sie Alltagskompetenzen vermitteln. Die bisherigen Erhebungen der Bil-dungskoordinatorin haben zum Beispiel ergeben, dass es im Bereich Gesundheitsbildung Bedarf gibt. Dabei geht es mitunter um ganz elementare Dinge – wie etwa, dass es Vorsorgeuntersuchungen für Kinder gibt, die auch wahrzunehmen sind. Zusammen mit den Akteuren wird nun geschaut, wie hier ein Angebot geschaffen werden kann.

 

Und so wird bei der Koordinationsarbeit nicht nur die Vielfalt der Angebote deutlich, es zeigen sich auch Lücken auf. So wird zusammen mit mehreren Trägern nun zum Beispiel in Saarburg ein Frauenintegrationskurs angeboten, der speziell auf die Rolle der Frau im Herkunftsland und in unserer Gesellschaft eingeht, um so zu informieren und um Konflikten vorzubeugen. Durch die Tätigkeit der Bildungskoordinatorin können außerdem Netzwerke weiter ausgebaut und Akteure zusammengebracht werden. In diesem Zusammenhang will sie zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt ein Fachforum für

die interkulturellen Sprachförderkräfte in den Kitas des Kreises aufbauen. Außerdem ist  in einer Kooperation  mit der

Fortsetzung s. S. 2

Stadt Trier bereits eine Vernetzung der regionalen Sprachkursträger erfolgt. Der fachliche Austausch ist eine gute Vo-raussetzung dafür, um weitere Bedarfe zu erkennen und Lücken zu schließen – ohne dass etwa Dopplungen oder gar

Konkurrenzen entstehen. Als Informati-onsplattform hat die Bildungskoordinatorin inzwischen einen Newsletter eingerichtet, der auch als Möglichkeit der Vernetzung und des Austausches untereinander genutzt werden kann.

 

Für ihre Bestandsaufnahme geht Katharina Schmidt mehrere Wege. So führt sie eine kreisweite Befragung der Schulen und der Kitas im Rahmen einer Bedarfsanalyse für die Neuzugewanderten durch. Außerdem ist sie nach und nach in den sieben Verbandsgemeinden im Kreis unterwegs, steckt mit den Entscheidungsträgern, Gremien und Akteuren das Angebot vor Ort ab und überlegt mit ihnen gemeinsam, in welchen Bereichen und Formaten noch nachgearbeitet werden sollte. Ein wichtiger Punkt ist dabei das Nebeneinander von hauptamtlichen und von ehrenamtlich Engagierten. Auch hier geht es darum, das gute Miteinander zu halten oder sogar zu intensivieren – im Sinne einer erfolgreichen Integrationsarbeit, die auf beide Standbeine angewiesen ist.

 

Zwar hat sich auch im Kreis Trier-Saarburg die Zahl der Flüchtlinge reduziert. Mit der Koordinationsarbeit soll aber vor allem auch dazu beigetragen werden, dass die Zugewanderten, die jetzt hier leben, gut integriert werden können. Das nimmt je nach der individuellen Voraussetzung der Einzelnen Zeit in Anspruch. Förderlich dafür ist ein Bildungsangebot, das die ganz unterschiedlichen Bedarfe abdeckt mit dem Ziel, dass die Menschen die auf sie abgestimmte Bildungsbiografie entwickeln können und sich so entfalten und einbringen können, dass sie die von beiden Seiten geschätzte Position in der Gesellschaft erhalten.

 

Die Bildungskoordinatorin ist für Anregungen und den Austausch dankbar. Sie ist in der Kreisverwaltung Trier-Saarburg unter den folgenden Kontaktdaten zu erreichen: Telefonnummer  0651 / 715-494, Katharina.Schmidt@trier-saarburg.de, Abteilung für Schulen und Bildung, Adresse: Metternichstraße 33 in 54292 Trier

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